Gundelrebe
Ich bin eine uralte Gewürzpflanze, in ganz Mitteleuropa verbreitet, wachse eher unscheinbar am Boden entlang und habe meist lila Blüten.
Dass es eine Zeit vor dem Hopfen beim Bierbrauen gab, kann man sich kaum mehr vorstellen. Damals wurde unter anderem die Gundelrebe wegen ihrer konservierenden Wirkung eingesetzt. Auch als pflanzliches Gerinnungsmittel für Milch, um daraus Käse herzustellen, wurde sie verwendet. Und als Blattgemüse im Frühling. Aber da wir heute wissen, dass die Gundelrebe im Übermaß schwach giftig wirken kann, sollte sie eher im Gewürzregal verstaut werden. Dann gibt es viele Einsatzmöglichkeiten für das in Vergessenheit geratene Kraut.
Sie wächst beinahe überall und wurde früher für viele verschiedene kulinarische Zwecke eingesetzt. Sparsam dosieren!
SO SCHMECKT DIE GUNDELREBE
SO SCHMECKT DIE GUNDELREBE
GESCHMACK:
Gundelrebe gehört zu den Lippenblütlern: Sowohl Minzen als auch Thymian, Basilikum, Salbei und Lavendel sind mit ihr verwandt. Gundelrebe enthält neben typischen frisch-balsamischen Aromen auch viele Bitterstoffe und eine harzige Note. Behutsam dosieren ist wichtig, sonst kippt der Geschmack der Speise ins Unangenehme. Gundelrebe ist ein Würzkraut, als Blattgemüse eignet sie sich kaum.
VORBEREITUNG:
Entweder locker aufgelegt trocknen und sobald sie rascheln, die Blätter abstreifen und in Schraubgläsern verwahren oder zu Kräutersalz vermahlen. Oder frisch fein geschnitten in Aufstrichen, Kräuterbutter, Suppen etc. verwenden.
VERWENDUNG:
Frische, zarte Blätter in nicht zu großer Dosis eignen sich sehr gut für Kräutertopfen und -butter, mit anderen milderen Wildkräutern (z. B. Brennnessel) für Suppen, Salate, zu Erdäpfelgerichten, für Eierspeisen und Omeletts oder als Würzkraut wie Petersilie, nur wesentlich herber. Auch einem verdünnten Joghurtgetränk wie Ayran kann sie eine schöne Würze geben. Schöne, größere Blätter eignen sich außerdem zum Schokolieren oder Kandieren oder bei der Herstellung einer Art herben Konfekts. Getrocknet und gerebelt ist die Gundelrebe ein idealer Bestandteil für ein würziges Kräutersalz – in dieser Mischung können auch Pfeffer, Fenchel und Zitronenschale mitspielen.
WISSENSWERTES
HÜBSCH INTENSIV
Verbreitung & Standort
Gundelrebe schaut mit ihren gekerbten Blatträndern und den lila Blüten recht harmlos aus. Sie tritt in Wiesen, an Waldrändern, aber auch in Gärten und Wegritzen auf. Dank ihres würzigen Duftes kann man sie gut erschnuppern.
Saison
Von März bis in den Frühsommer. Man kann sie zwar bis in den Herbst ernten, aber der Geschmack wird immer herber.
Ernte
Junge Blätter eher von den Triebspitzen. Größere und ältere Blätter sind würziger. Auch die Blüten sind essbar und viel zarter und süßlich im Geschmack. Blüten am selben Tag verwenden, Blätter halten ein paar Tage im Kühlschrank.
Verwechslungsgefahren
Botanisch ist die Gundelrebe mit der Taubnessel verwandt, die aber größer und höher ist. Die Verwechslung mit dem Kriechenden Günsel ist möglich, aber dessen Blätter schauen anders aus: Die Gundelrebe hat rundliche bis herzförmige, gezahnte Blätter, der Günsel ovale mit glattem Rand. Aber auch der Günsel ist essbar.